AMD Athlon 64 X2 5000+ versus Intel Core 2 Duo E6400



Der Prozessormakt ist derzeit so schnell im Wandel, wie schon seit Jahren nicht mehr. Während Intel mittlerweile eine Vielfalt an Core 2 Duo und Core 2 Quad aufbietet, kontert AMD mit Purzelpreisen und Low-Power Varianten.
Stellvertretent für die die Core 2 Duo Serie und für den Athlon 64 X2 werden in diesem Artikel der E6400 und der X2 5000+ schufften müssen.

Die beiden Testsysteme sind bei mir seit Dezember 2006 im täglichen Betrieb, also zwei erprobte Plattformen.

Core 2 Duo E6400 333/2662 MHz Core 2 Duo E6400 266/2133 MHz Athlon 64 X2 5000+ 880/2860 Mhz Athlon 64 X2 5000+ 1000/2600 Mhz
Interner Prozessortakt 2662 MHz 2133 MHz 2860 MHz 2600 MHz
Externer Prozessortakt (FSB/HT) 333 MHz 266 MHz 880 MHz 1000 MHz
Level 2 Cache 2 MiB shared 2 MiB shared 512 KiB / Core 512 KiB / Core
I/O Bandbreite 10,66 GB/s 8,51 GB/s 7,04 GB/s 8 GB/s
Arbeitsspeicher OCZ Technology PC2 4200 Platinum Edition Rev 2 3-2-8 OCZ Technology PC2 4200 Platinum Edition Rev 2 3-2-8 Chaintech APOGEE DDR2 667 5300 CL5 Chaintech APOGEE DDR2 667 5300 CL5
Speicherbustakt 416 MHz 366 MHz 358 MHz 400 MHz
Speicherbandbreite 13,31 GB/s 11,71 GB/s 11,46 GB/s 12,8 GB/s
CAS 5 5 5 5
RAS 4 4 5 5
RAS to CAS 4 4 5 5
RAS Activate to Precharge 15 15 15 15
Command Rate 2T 2T 2T 2T
Mainboard Asus P5L-MX Asus P5L-MX Abit NF-M2 nView Abit NF-M2 nView
Mainboard BIOS 901 901 14 14
Graphikprozessor 945G 945G C51PV GeForce 6150 C51PV GeForce 6150
Soundprozessor ICH7 ICH7 MCP51 nForce 430 MCP51 nForce 430
Festplatte ST380023A ST380023A ST3160827AS ST3160827AS
Dateisystem ext3 ext3 ext3/XFS ext3/XFS
Betriebssystem x86_64 Gentoo Linux x86_64 Gentoo Linux x86_64 Gentoo Linux x86_64 Gentoo Linux
Kernel 2.6.22-gentoo-r1 2.6.22-gentoo-r1 2.6.22-gentoo-r1 2.6.22-gentoo-r1
Scheduler CFQ CFQ CFQ CFQ
Timer Frequency 250 Hz 250 Hz 250 Hz 250 Hz
Preemtion Model No forced preemtion No forced preemtion No forced preemtion No forced preemtion
GCC Gentoo 4.1.2 Gentoo 4.1.2 Gentoo 4.1.2 Gentoo 4.1.2
CFLAGS -march=nocona -O2 -pipe -march=nocona -O2 -pipe -march=opteron -msse3 -O2 -pipe -march=opteron -msse3 -O2 -pipe





Beim Blick auf die Zusammenstellungen wird sicherlich einiges auffallen. Also der Reihe nach:
Wieso hat der Core 2 nur einen alten Intel 945G Chipsatz und keinen 965G? Ganz einfach: damals waren einfach keine µATX Mainboards mit 965G lieferbar, die meinen Ansprüchen entsprachen. Der 945G unterstützt zwar in der letzten Revision ganz offiziell den Core 2, dennoch empfiehlt Intel 965er oder höher und diese haben auch tatsächlich einige Verbesserungen, wie auch einen etwas höheren Speicherdurchsatz. Daher darf der 945G auch außnahmsweise mit etwas besseren Timings laufen, wie der X2.
Zum Anderen, wieso wurde kein echter DDR2 800 Speicher benutzt, sondern die armen Module brutal gedopt, äh übertaktet? Noch einfacher, DDR2 800 Module waren mir einfach zu teuer. ;-) Mittlerweise sind die Preise aber deutlich gefallen, so das ich jetzt auch eher zu richtigen 800er raten würde.
Nun fragt sich sicherlich der Eine oder Andere, was macht ein IGP (integrated graphics processor) bei einem Prozessortest. Der beeinflusst doch die Geschwindigkeit. WTF!?! Hat der schon wieder die falschen Gartenkräuter geraucht?
Ganz klar ist, selbstverständlich wirkt sich ein IGP negativ auf die Prozessorgeschwindigkeit aus, schließlich bedient sich dieser bei der Speicherbandbreite. Dennoch ist es völlig legitim Prozessoren auch so zu testen, denn die Konfigurationen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern beispielhaft für Millionen Arbeitscomputer und IGPs haben einen beachtlich hohen Marktanteil. Besonders wenn zunehmend mehr Baugruppen in den Prozessor wandern, wie der Memorycontroller im Athlon 64, gehöhrt die Verwaltung von DMA Zugriffen externer Devices schlichtweg jetzt zu den Aufgaben des Prozessors und darf verdammt nochmal auch getestet werden! Wie groß der Einfluss ist, wird später noch untersucht.
Sicherlich gibt es auch dabei Einschränkungen, so können z.B. Spiele hiermit nicht verglichen werden, da dort der Einfluss der IGP Geschwindigkeit viel zu groß ist und der 945G und der GeForce 6150 zudem schlichtweg zwei verschiedene Generationen repräsentieren. An gegebener Stellen wird auf eventuelle Änderungen an den Testsystemen hingewiesen.
Der ganze Artikel ist auf möglichst reale Arbeitsbedingungen ausgelegt und nicht, wie man es leider immer wieder lesen muss, in einer sterielen Umgebung, in der jedes Zipfelchen Realität gnadelos ausgelöscht wird.

Bei allen Benchmarks läuft neben der GNOME 2.16 Desktop Oberfläche (1280*1024*(24+8)) auch noch XChat 2, welches mit einem IRC Server verbunden ist, Firefox 2 hat 4 Websites aufgerufen, Nautilus zeigt einige Verzeichnisse an und Audacious spielt einen MP3 Stream aus dem Internet ab.

Die beiden großen x86_64 Prozessorhersteller nutzen zwar seit Jahren im Grunde das gleiche Konzept; ein schneller RISC Kern wird mit Dekodern versehen und somit x86 kompatibel. Dennoch gibt es bei den Feinheiten viele Unterschiede und jeder verfolgt seine eigene Optimierungsstrategie. Das hat auch zur Folge, dass die Architekturen sich manchmal in der Geschwindigkeit nicht unterscheiden und bei einigen Programmen extreme Unterschiede auftreten. Daher ist es schlichtweg Schwachsinn mit einer handvoll Benchmarks einen Prozessor zu beurteilen.
Da die Core 2 Duo und Athlon 64 X2 Architekturen schon zu genüge an vielen Stellen im Web behandelt wurden, werde ich mich hier auf den praktischen Teil beschränken.
In diesem Artikel möchte ich daher möglichst viele verschiedene Programme antreten lassen (weitere Vorschläge sind immer willkommen!), aus Zeit- und Lustgründen würde diese Marathonaufgabe aber sehr lange dauern und deswegen wird dieses eine Art Live-Test, d.h. sobald ein Teil fertig und verifiziert ist, kommt dieser direkt online, die weiteren Teile folgen dann (hoffentlich) in regelmäßigen Abständen. Die Anwendungen stammen sowohl aus dem täglichen Desktop-Arbeitsleben wie auch aus dem Gaming- und HPC Bereich.


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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil 1 - Datenkompression
Teil 2 - Rendering, Raytracing und Bildbearbeitung
Teil 3 - Video- und Audio-Encoding